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Deutschland – Historische Schiffe (versenkt im 2. Weltkrieg)

INFO
Deutschland verlor im Zweiten Weltkrieg zahlreiche zivile und militärische Schiffe. Viele davon waren ursprünglich Passagier- oder Frachtschiffe, die später als Evakuierungs- oder Truppentransporter eingesetzt wurden.
Schiffname
Baujahr
Eigenschaften
Geschichte
Versankdatum
Schiffname
Wilhelm Gustloff
Baujahr
1937
Eigenschaften
Passagierschiff, ca. 25'500 BRT, KdF-Fahrten, später Lazarettschiff
Geschichte
Die Wilhelm Gustloff wurde 1937 als KdF-Kreuzfahrtschiff gebaut und war eines der modernsten Passagierschiffe Deutschlands. Während des Krieges diente sie zunächst als Lazarettschiff und später als Wohnschiff für U-Boot-Besatzungen. Im Januar 1945 wurde sie zur Evakuierung von Flüchtlingen aus Ostpreussen eingesetzt. Am 30. Januar 1945 torpedierte das sowjetische U-Boot S-13 das Schiff in der Ostsee. Die Gustloff sank innerhalb kurzer Zeit, und über 9.000 Menschen starben, was sie zum grössten Schiffsunglück der Geschichte macht. Der Untergang gilt als Symbol für die Tragödie der zivilen Fluchtbewegungen im Krieg.
Versankdatum
30. Januar 1945
Schiffname
Cap Arcona
Baujahr
1927
Eigenschaften
Luxusdampfer, ca. 27'500 BRT, Südamerika-Linie
Geschichte
Die Cap Arcona war eines der schönsten und luxuriösesten Schiffe der deutschen Handelsflotte und verkehrte auf der Südamerika-Route. Während des Krieges wurde sie als Wohnschiff und später als Transporter genutzt. Im April 1945 lag sie in der Lübecker Bucht, wo sie von der britischen Royal Air Force irrtümlich angegriffen wurde. An Bord befanden sich Tausende KZ-Häftlinge, die von der SS auf das Schiff gebracht worden waren. Die Cap Arcona brannte vollständig aus und sank. Über 4.500 Menschen starben. Der Untergang zählt zu den tragischsten Ereignissen der letzten Kriegstage.
Versankdatum
3. Mai 1945
Schiffname
Goya
Baujahr
1940
Eigenschaften
Frachtschiff, ca. 5'200 BRT, später Evakuierungsschiff
Geschichte
Die Goya wurde ursprünglich als Frachtschiff gebaut und später im Krieg als Transporter eingesetzt. Im Frühjahr 1945 wurde sie Teil der Evakuierungsoperation „Hannibal“, bei der Hunderttausende Menschen aus Ostpreussen über die Ostsee flüchteten. Am 16. April 1945 wurde die Goya vom sowjetischen U-Boot L-3 torpediert. Das Schiff sank innerhalb weniger Minuten. Über 7.000 Menschen starben, was den Untergang der Goya zu einem der grössten Schiffsverluste der Menschheitsgeschichte macht. Aufgrund der extrem kurzen Sinkzeit hatten nur wenige Passagiere eine Überlebenschance.
Versankdatum
16. April 1945
Schiffname
General von Steuben
Baujahr
1923
Eigenschaften
Passagierschiff, ca. 14'600 BRT, später Lazarett- und Evakuierungsschiff
Geschichte
Die General von Steuben wurde ursprünglich als Passagierschiff gebaut und später mehrfach umgerüstet. Während des Krieges diente sie als Lazarettschiff und transportierte Verwundete sowie Flüchtlinge. Am 10. Februar 1945 wurde sie vom sowjetischen U-Boot S-13 torpediert – demselben U-Boot, das auch die Wilhelm Gustloff versenkte. Das Schiff sank schnell, und über 3.500 Menschen starben. Der Untergang der Steuben ist eines der weniger bekannten, aber bedeutenden Schiffsunglücke der Ostsee-Evakuierungen.
Versankdatum
10. Februar 1945
Schiffname
Deutschland / Lützow
Baujahr
1931
Eigenschaften
Schwerer Kreuzer, ca. 16'200 BRT, Panzerschiff-Klasse
Geschichte
Der schwere Kreuzer Deutschland, später in Lützow umbenannt, war eines der berühmten „Panzerschiffe“ der Kriegsmarine. Er wurde für Langstreckenoperationen gebaut und war an mehreren Einsätzen im Atlantik beteiligt. Während des Krieges wurde er mehrfach beschädigt, unter anderem durch Luftangriffe. 1945 lag das Schiff in Swinemünde, wo es von sowjetischen Bombern schwer getroffen wurde. Das Schiff sank teilweise und wurde nach dem Krieg nicht wieder instand gesetzt. Die Lützow gilt als eines der letzten grossen deutschen Kriegsschiffe, die im Krieg verloren gingen.
Versankdatum
16. April 1945
Schiffname
SS Bremen
Baujahr
1928
Eigenschaften
Schnelldampfer, ca. 51'700 BRT, Turbinenantrieb, Blaue-Band-Gewinner
Geschichte
Die SS Bremen war eines der berühmtesten deutschen Passagierschiffe und ein Symbol für die technische Leistungsfähigkeit der Weimarer Republik. Sie wurde 1928 für den Norddeutschen Lloyd gebaut und war zusammen mit ihrem Schwesterschiff, der Europa, Teil der modernsten Transatlantikflotte ihrer Zeit. Die Bremen gewann 1929 das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung und setzte neue Massstäbe in Geschwindigkeit, Komfort und Sicherheit. Ihre Innenausstattung war luxuriös und modern, mit innovativen Brandschutzsystemen und stromlinienförmigem Design. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie ausser Dienst gestellt und in Bremerhaven aufgelegt, da sie für den Kriegseinsatz zu wertvoll und zu auffällig war. 1941 wurde sie bei einem britischen Luftangriff schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Das Wrack wurde später verschrottet.
Versankdatum
1941 – durch Luftangriff zerstört
Schiffname
SS Europa
Baujahr
1928
Eigenschaften
Schnelldampfer, ca. 49'700 BRT, Schwesterschiff der Bremen
Geschichte
Die SS Europa war eines der modernsten und schnellsten deutschen Passagierschiffe ihrer Zeit. Zusammen mit der Bremen bildete sie die Spitze der deutschen Transatlantikflotte des Norddeutschen Lloyd. Sie gewann 1930 das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung und war für ihren luxuriösen Innenausbau bekannt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie ausser Dienst gestellt und als Wohnschiff genutzt. 1945 wurde sie von amerikanischen Truppen beschlagnahmt und später an Frankreich übergeben, wo sie unter dem Namen Liberté wieder in Dienst gestellt wurde. Während eines schweren Sturms im Hafen von Le Havre wurde sie beschädigt und teilweise versenkt, bevor sie gehoben und repariert wurde.
Versankdatum
1945 – im Hafen von Le Havre teilweise gesunken
Schiffname
SS Stuttgart
Baujahr
1923
Eigenschaften
Passagierschiff, ca. 13'000 BRT, Südamerika-Linie
Geschichte
Die SS Stuttgart war ein wichtiges Passagierschiff der Hamburg Süd und verkehrte hauptsächlich auf der Südamerika-Route. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie als Lazarettschiff eingesetzt und transportierte Verwundete aus verschiedenen Kriegsschauplätzen. Trotz ihrer Kennzeichnung als Hospitalschiff wurde sie mehrfach angegriffen. 1943 erlitt sie schwere Schäden durch Luftangriffe und wurde später aufgegeben. Ihre Geschichte steht stellvertretend für die schwierige Lage deutscher Lazarettschiffe, die trotz internationaler Schutzbestimmungen häufig Ziel militärischer Aktionen wurden.
Versankdatum
1943 – durch Luftangriff zerstört
Schiffname
SS Hansa
Baujahr
1921
Eigenschaften
Passagierschiff, ca. 20'000 BRT, Ostsee- und Atlantikdienst
Geschichte
Die SS Hansa war ein vielseitiges Passagierschiff, das sowohl im Ostseeverkehr als auch im Transatlantikdienst eingesetzt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie Teil der Evakuierungsoperationen in der Ostsee, bei denen Hunderttausende Menschen vor der heranrückenden Front flüchteten. Am 6. März 1945 lief die Hansa auf eine Mine und sank innerhalb kurzer Zeit. Viele Menschen konnten gerettet werden, doch der Verlust des Schiffes war ein weiterer schwerer Schlag für die deutsche Handelsflotte, die zu diesem Zeitpunkt bereits stark dezimiert war.
Versankdatum
6. März 1945 – Minentreffer
Schiffname
SS Monte Rosa
Baujahr
1930
Eigenschaften
Passagierschiff, ca. 13'800 BRT, später Truppentransporter
Geschichte
Die SS Monte Rosa war ein Passagierschiff der Hamburg Süd und wurde im Zweiten Weltkrieg als Truppentransporter eingesetzt. Sie war an mehreren militärischen Operationen beteiligt und transportierte Soldaten sowie Material. 1945 wurde sie von britischen Truppen beschlagnahmt und später als Empire Windrush bekannt, das Schiff, das 1948 die erste grosse Gruppe karibischer Einwanderer nach Grossbritannien brachte. Während eines Feuers an Bord im Jahr 1954 wurde sie schwer beschädigt und sank teilweise.
Versankdatum
1954 – Brand und Untergang
Schiffname
SS Berlin
Baujahr
1925
Eigenschaften
Passagierschiff, ca. 15'000 BRT, später Lazarettschiff
Geschichte
Die SS Berlin war ein Passagierschiff der Norddeutschen Lloyd und wurde im Zweiten Weltkrieg als Lazarettschiff eingesetzt. Sie transportierte Verwundete aus verschiedenen Kriegsschauplätzen und war mehrfach Ziel feindlicher Angriffe. 1945 lief sie in der Ostsee auf eine Mine und sank. Viele Menschen konnten gerettet werden, doch der Verlust des Schiffes war ein weiteres tragisches Ereignis der chaotischen letzten Kriegsmonate.
Versankdatum
1945 – Minentreffer
💡 Merksatz:
Die grössten deutschen Schiffsverluste des Krieges waren Gustloff, Goya, Steuben und Cap Arcona.